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IFRS 9 - Ablösung von IAS 39

IFRS 9 wird den aktuellen Standard IAS 39 ablösen. Der Übernahmezeitpunkt des Standards in europäisches Recht ist noch nicht abschließend geklärt. Seitens der Europäischen Kommission wird auf die finale Fassung von IFRS 9 gewartet, um eine Gesamtbewertung des Standards vornehmen zu können. Aktuell hat das International Accounting Standards Board (IASB) eine verpflichtende Erstanwendung von IFRS 9 zum 01.01.2015 in Aussicht gestellt. Das IASB erarbeitet den Standard IFRS 9 sukzessive in drei Phasen

 

  • Erste Phase: Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten (Classification and Measurement)
  • Zweite Phase: Fortgeführte Anschaffungskosten und Wertminderungen (Amortised Cost and Impairment)
  • Dritte Phase: Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)

IFRS 9 - Klassifizierung und Bewertung

IFRS 9 hält zwei Hauptkategorien für die Bewertung von Finanzinstrumenten bereit.  Bewertungen erfolgen entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortised Cost) oder zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value). Mitunter wird von einer dritten Kategorie gesprochen, welche ein Wahlrecht zum Ausweis  von Fair Value Änderungen von Eigenkapitalinstrumenten als sonstiges Ergebnis (Other Comprehensive Income) erlaubt. Bei den Eigenkapitalinstrumenten handelt es sich um solche die nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Als Kriterien für die Klassifizierung von Finanzinstrumenten dienen das Geschäftsmodell und die Eigenschaften der Zahlungsströme. Soll ein Finanzinstrument der Kategorie fortgeführte Anschaffungskosten zugerechnet werden, muss das Geschäftsmodell darin bestehen es zu halten und vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen.  Die vertraglichen Zahlungsströme müssen sich aus Zins- und Tilgungszahlungen auf den aktuellen Nominalbetrag beziehen. Wird eines der Kriterien nicht erfüllt, ist die Bewertung zum Fair Value anzuwenden. 

Eine Herausforderung bei der Umstellung auf IFRS 9 ergibt sich im Bereich der Klassifizierung und Bewertung insbesondere bei der Analyse von Nebenabreden. Oftmals müssen Automatisierungsprozesse erstellt werden, um eine entsprechende Klassifizierung effizient durchführen zu können.

 

IFRS 9 - Impairment

Ausführungen in IFRS 9 zu Impairment sind noch nicht abgeschlossen. Kritik an der bisher bestehenden Regelung bezieht sich auf die zu späte und zu niedrige Erfassung von Impairment. In der Diskussion steht die Einführung eines Ansatzes, der sich an erwarteten Verlusten orientiert. Vorgeschlagen ist ein "Drei-Topf-Modell", wobei finanzielle Vermögenswerte abhängig von potentiellen zukünftigen Verlusten einem Topf zugewiesen werden.

IFRS 9 - Hedge Accounting

Kritik an der Regelung zum Hedge Accounting in IAS 39 bezieht sich auf die Diskrepanz zwischen banküblichen Risikosteuerungsmöglichkeiten und ihrer restriktiven, bilanziellen Abbildung. Bedeutende Änderungsvorschläge zur Behandlung von Sicherheitsbeziehungen in IFRS 9 beziehen sich auf den Wegfall der Effektivitätsgrenzen (80% bis 125%). Die Auflösung von Sicherungsbeziehungen im Hedge Accounting soll nur bei Strategieänderung des Risikomanagements, Wegfall des Sicherungsinstruments oder nur zufälligen Sicherungseffekten erfolgen.

IFRS 9 – Ausblick und Interdependenzen

Die meisten Banken haben bereits mit der Umsetzung von IFRS 9 begonnen. Das Vorgehen wird erschwert durch zusätzliche Änderungen an bereits beschlossenen Regelungen (Moving Target). Z.B. werden in der Kategorie Klassifizierung und Bewertung weiterhin bilanzierungstechnische Annäherungen zwischen IASB und dem amerikanischen Financial Accounting Standards Bord (FASB) erörtert (darunter: eingebettete Derivate, GuV neutrale Bewertung von Schuldtiteln und  Zulassung zur Amortised Cost Bewertung).

Bei der Umsetzung von IFRS 9 ist auf Interdependenzen zu weiteren Großprojekten zu achten. Mit der Umstellung der Institutsgruppenmeldung auf IFRS müssen IFRS Daten im Meldewesen verfügbar gemacht werden und Anpassungen bei Eigenmitteln und insbesondere bei Risikopositionen erfolgen. Die CRD IV stellt Anforderungen an eine schnelle Datenverfügbarkeit von Bilanzdaten z.B. zur Ermittlung der Liquidity Coverage Ratio. Zur Berechnung der Net Stable Funding  Ratio (NSFR) müssen IFRS Buchwerte inkl. IFRS 9 Impairment-Regelungen im Meldewesen verfügbar gemacht werden. In IFRS 9 (Umstellung auf Expected Loss Methode) und CRD IV (Liquiditätskennzahlen) werden Rating-Änderungen (externe und interne Ratings) zur Bewertung herangezogen. Informationen zu ratingändernden Ereignissen sollten innerhalb der Banken zentral bereitgestellt werden.

 

CRD IV, IFRS 9 und die Institutsgruppenmeldung auf Basis IFRS stellen weitreichende Ansprüche an die Verfügbarkeit von Daten für die Reportingebene - informieren Sie sich in diesem Zusammenhang auch über unsere Lösung zur Optimierung von Datenflüssen.

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