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CRD IV / CRR - Verordnung und Richtlinie

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CRD IV (Capital Requirements Directive) - CRR - Richtlinie und Verordnung der EU Kommission zur Umsetzung von Basel III.

 

Die CRD IV ist die europäische Grundlage zur Umsetzung derVorschläge des Baseler Ausschusses (Basel III) zur Stabilisierung des Bankensektors nach der Finanzkrise 2007/2008. Die Vorgänger CRD II und III sind bereits als akute Antwort auf die Finanzkrise erlassen worden. Mit CRD IV wird ein tiefergreifendes Umsetzungspaket bezeichnet, welches weitreichende Auswirkungen auf die Geschäftspolitik von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen haben wird. Es besteht aus einer Richtlinie (CRD IV) sowie einer Verordnung (CRR).

 Im Fokus der CRD IV / CRR stehen

  • die Verschärfung der Eigenmitteldefinition und Eigenkapitalanforderungen
  • die Änderung der Regelungen zu Großkrediten
  • die Einführung weiterer Risikofelder mit Central Counterparty Risk
    und Credit Valuation Adjustment Risk
  • die Einführung der Liquidity Coverage Ratio
  • die Einführung der Net Stable Funding Ratio
  • die Einführung der Leverage Ratio
  • die Einführung weiterer Meldegebiete für Asset Encumbrance und Forbearance / Non-performing Exposures

Des Weiteren enthält das Maßnahmenpaket Regelungen zu Säule II des Baseler Akkords, die in einer Neufassung der MaRisk umgesetzt werden sollen. In diese Neufassung fließen auch die Leitlinien der europäischen Bankenaufsicht EBA ein.

CRD IV / CRR - Eigenmitteldefinition

Mit CRD IV / CRR ändern sich nicht nur Höhe und Zusammensetzung der Eigenmittel, sondern auch die Definition der Kapitalbestandteile. So soll das harte Kernkapital eine Quote von 4,5 % aufweisen. Dazu kommen weitere 1,5 % Kernkapital, 2 % Ergänzungskapital sowie Kapitalpuffer für systemisches Risiko, systemisch relevante Institute, antizyklische Absicherung und Kapitalerhaltung von insgesamt bis zu weiteren 10 %. Des Weiteren wird der Basel I-Floor - Ende 2009 ausgelaufen und durch CRD III wieder in Kraft gesetzt bis Ende 2011 - erneut wieder in Kraft gesetzt, diesmal bis Ende 2017. Bei der Umsetzung von CRD IV / CRR in Bezug auf die Eigenmitteldefinition müssen insbesondere die geänderten Kapitaldefinitionen sowie veränderte Abzugsposten berücksichtigt werden. Im Gegensatz zu Basel III ist die Kapitaldefinition rechtsformunabhängig.

CRD IV / CRR - Großkreditregelungen

Änderungen bei Großkrediten ergeben sich insbesondere aus ihrer Definition. Ein Großkredit wird als solcher klassifiziert, wenn ein Kunde oder eine zusammengehörige Kundengruppe ein Kreditvolumen i. H. v. 10 % des anrechenbaren Eigenkapitals des kreditgebenden Instituts erreicht.

CRD IV / CRR Risikofelder

Regelungen zum Central Counterparty (CCP) Risk betreffen hauptsächlich große Banken mit signifikantem Over The Counter (OTC) Handel von Derivaten und Finanzierungen über Wertpapiere. Das Risiko einer Bonitätsverschlechterung der Gegenpartei muss nun zusätzlich mit Eigenkapital unterlegt werden. Verluste aus Credit Value Adjustments CVA sollen in CRD IV / CRR in höherem Maße anerkannt werden als in Basel III vorgeschlagen. Weiterhin ändert sich die Höhe der Korrelationen zwischen Finanzinstituten.

CRD IV / CRR - Liquidity Coverage Ratio (LCR) und Net Stable Funding Ratio (NSFR)

Mit der Liquidity Coverage Ratio wird durch die CRD IV / CRR ein Maß für die kurzfristige Überlebensfähigkeit eines Instituts eingeführt. Die LCR beschreibt das Verhältnis von hochwertigen, liquiden Aktiva zu potentiellen Nettokapitalabflüssen innerhalb der nächsten 30 Tage in einem gestressten Marktumfeld. Die Umsetzungsherausforderungen ergeben sich insbesondere aus Klassifizierungen von Aktiva und Passiva, z.B. hoch liquide Assets, kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) oder die Erfüllung der Kategorie „stabile Einlage“. Die Net Stable Funding Ratio ist ein Maß für eine ausreichende, langfristige Refinanzierung. Sie setzt verfügbare und erforderliche stabile Refinanzierung auf Jahressicht ins Verhältnis. Wie bei der LCR liegt bei der NSFR die Umsetzungsherausforderung in der Klassifizierung von relevanten Aktiva und Passiva. Für diesen Bereich sind vorläufige Meldeformulare zu verwenden, die der EBA als Grundlage für die Entwicklung der endgültigen LCR- und NSFR-Formulare dienen.

CRD IV / CRR - Leverage Ratio

Die Leverage Ratio ist ein Maß für den Verschuldungsgrad eines Instituts. Sie beschreibt den Zusammenhang von Kernkapital zu Bilanzaktiva inklusive außerbilanzieller Risikopositionen. Um die Leverage Ratio für das anwendende Institut steuerungsfähig zu machen, müssen Beiträge auf Einzelgeschäftsebene runter gebrochen werden.

CRD IV / CRR - Asset Encumbrance und Forbearance / Non-performing Exposures

Mit Asset Encumbrance unterliegt ein weiterer Bereich der regelmäßigen Meldepflicht. Die Meldung des belasteten Vermögens soll vierteljährlich erfolgen, wobei größere Institute weitere Informationen wie Eventualvermögensbelastungen in einem gestressten Marktumfeld im halbjährlichen oder jährlichen Rhythmus melden müssen. Die Meldungen stützen sich weitgehend auf bekannte Konzepte aus COREP und FINREP, was den Abgleich mit den bereits vorhandenen Meldungen erleichtern soll.

Mit Forbearance / Non-performing Exposures erfolgt eine Änderung und Erweiterung der FINREP-Formularserie. Die Begriffe Stundung und Notleidende Forderungen werden in diesem Zusammenhang neu definiert, um ein europaweit einheitliches Begriffsverständnis zu ermöglichen.

CRD IV / CRR - Gesetzgebung und Ausblick

Die wichtigsten Änderungen des Reformpakets werden in einer Verordnung (auch Capital Requirements Regulation - CRR genannt) des Europäischen Parlaments zusammengefasst. Sie beinhaltet insbesondere die Ausgestaltung der Eigenmittel und der einzelnen Risikofelder wie Liquidität, Leverage Ratio, Großrisiken und Gegenparteiausfallrisiko sowie die Meldepflicht. Die Ausführungen der Verordnung sind ohne Umwege über nationale Parlamente bindend. Weitere Bestandteile des Reformpakets werden, wie vorherige Reformen, in Form einer Richtlinie (eine Neuauflage der Capital Requirements Directive - CRD IV) erlassen, welche den nationalen Gesetzgebern und Aufsichtsbehörden einen gewissen Gestaltungsspielraum überlässt. Bedeutende Themen der Richtlinie sind Ausführungen zu Sanktionsmöglichkeiten und Kapitalpuffern.

Da die Verordnung der EU-Kommission (CRR) in allen EU-Mitgliedsstaaten unmittelbar geltendes Recht darstellt, ist zu erwarten, dass die bisher in Deutschland in diesem Bereich geltenden Verordnungen (SolvV, GroMiKV, LiqV, etc.) - zumindest soweit die in ihnen enthaltenen Regelungen von der CRR abgedeckt sind - stark ausgedünnt werden bzw. sogar ganz entfallen. Lediglich die Richtlinie (CRD IV) wird vor ihrer Anwendung in nationales Recht umgesetzt, was eine Novelle des KWG erforderlich macht. In dieser Novelle dürften auch die Verweise auf die bisherigen Verordnungen - soweit zutreffend - durch Verweise auf die CRR ersetzt werden.

CRD IV und CRR wurden am 27.06.2013 in Ausgabe L176 des Amtsblatts der EU als Richtlinie 2013/36/EU und Verordnung 575/2013 veröffentlicht. Beide Dokumente gelten ab dem 01.01.2014.
(Ein Schreibfehler in der veröffentlichten Version, wonach die Richtlinie (CRD IV) bereits ab dem 31.12.2013 gelten sollte, wurde in einem von der EU-Kommission am 05.07.2013 veröffentlichten Korrigendum berichtigt.)
Damit ergibt sich für das Meldewesen eine erste Meldeperiode Anfang 2014. Unabhängig vom ersten Geltungstag gelten jedoch für einige Regelungen, z.B. bezüglich der Eigenmittel oder des Liquidity Coverage Ratio, Übergangsfristen, teilweise bis Ende 2018.

Die durch das Reformpaket erforderliche Novelle des KWG befindet sich noch in der Gesetzgebung, inkl. der Regelung der Umstellung der Institutsgruppenmeldung auf IFRS-Werte. Zusätzlich muss im Zuge der Umstellung des Meldewesens auf IFRS Werte auf die parallel laufende Umstellung von IAS 39 auf IFRS 9 geachtet werden. Auch ist auf die Veränderung der Meldeinhalte in FINREP und COREP zu achten.

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Insbesondere im Bereich der Liquidität stellt die CRD IV weitreichende Anforderungen an die Verfügbarkeit von Cashflow-Daten im Meldewesen - informieren Sie sich in diesem Zusammenhang auch über unsere Lösung zur Optimierung von Datenflüssen.

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